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Mein Bild bei der Bahn

Samstag, 5. Dezember 2009

Interessant, wo die eigenen Fotos manchmal so landen: Vor einigen Jahren hatte ich – im Auftrag des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages – ein Schmuckfoto vom Schloss Ahrensburg geschossen. Der Schlossstiftung gefiel das Bild so gut, dass sie mich fragte, ob sie das Foto für einen Schlossführer verwenden dürften. Damit hatte ich kein Problem, ich empfand es als Bestätigung und erklärte mein Einverständnis (natürlich unter der Voraussetzung, dass mein Name als Fotograf erwähnt wird).

Heute hab ich (mal wieder) nach meinem Namen gegoogelt. Und auf Seite 4 taucht zu meiner großen Überraschung dieser Treffer auf: Deutschebahn.ch: Schloss Ahrensburg Der Deutschen Bahn habe ich meines Wissens keine Veröffentlichungsrechte eingeräumt. Schätze, die Schlossstiftung wird es einfach weitergegeben haben. Schade, dass oft so unbedarft mit Urheberrechten umgegangen wird.

Was ich viel enttäuschender finde: Auf der Bahn-Homepage wurde das Bild total schrecklich beschnitten. Beim Original schweben dunkle Wolken über dem Schloss (weggeschnitten), die Spiegelung im Wassergraben ist klasse (zum größten Teil weggeschnitten), das ganze Bild wir eingerahmt von Laub und Ästen (fast alles weggeschnitten). Ich werd’ mal mein Archiv durchsuchen und sehen, ob ich das Original noch finde. Und mal sehen, ob ich in Sachen Bahn noch was unternehme…

Anfängerfehler

Montag, 23. November 2009

Normalerweise finden sich in Fotoblogs ja immer die gelungensten Aufnahmen, sozusagen eine “Ultimate Definitive Greatest Shots Collection”. Ist bei mir bislang ja genauso. Aber das ändert sich jetzt:

Das Hamburger Rathaus

Das Hamburger Rathaus

Das Foto war eines der ersten Bilder, die ich als Digitalfotograf überhaupt geschossen habe. Damals (Mai 2006) fand ich es ganz toll. Mittlerweile schrecklich. Die Bildkomposition hat diesen Namen nicht verdient (wollte ich überhaupt das Rathaus fotografieren oder doch das Alsterfleet im Vordergrund?), zu allem Überfluss ist auch noch die Turmspitze abgeschnitten, der Schärfepunkt liegt auch falsch. Dass der Himmel überbelichtet ist, kann ich ja noch auf meine fotografische Unerfahrenheit seinerzeit schieben.

Was würde ich heute anders machen? Den ganzen Bildausschnitt höher schieben – dann ist der Rathausturm ganz drauf und außerdem weniger vom aktuell sehr dominanten Wasser im Vordergrund. Wenn man schon mit einer Belichtungsautomatik arbeitet bei solchen Lichtverhältnissen entweder den Himmel mit einbeziehen z.B. über Mehrfeld-/mittenbetonte Messung) oder per Belichtungskorrektur abdunkeln, bis der Himmel passt. Aus dunklen Stellen lässt sich per digitaler Nachbearbeitung noch was rausholen, aus überbelichteten nicht.

Oder wie wäre es hiermit:

Harley-Teddy

Harley-Teddy

Ein Spitzen-Motiv: Die Harley-Days in Hamburg, überall Rocker, Lederjacken, Chrom, Testosteron liegt in der Luft. Und mittendrin, auf einer aufgemotzten Maschine, sitzt dieser Teddy auf dem Sozius. Aber auch hier: Komposition und falsche Schärfe vermasseln das Foto.

Was würde ich heute anders machen? Auf den Teddy scharf stellen, abblenden für die Tiefenschärfe, die Perspektive so wählen, dass man die Motorräder besser als solche erkennt (z.B. einen Schritt nach links gehen).

Eins hab ich noch:

Segelschiff im Hamburger Hafen

Segelschiff im Hamburger Hafen

Entstanden bei einer Hafenrundfahrt in Hamburg: Das Licht war toll, der Himmel wirkt dramatisch – ebenso dramatisch finde ich allerdings die Spiegelung der Fensterscheibe, durch die ich fotografiert habe. Ein paar Meter weiter Richtung Heck gab’s unüberdachte Plätze, wo viele Fotografen saßen – mittlerweile weiß ich warum und würde mich auch dazu setzen.

Was würde ich heute anders machen? Nicht durch die Scheibe fotografieren. Generell ist es nie verkehrt, andere Fotografen (besonders die mit den teuren Kameras) diskret zu beobachten und sich zu fragen, warum die machen, was sie gerade machen. Gerade als Anfänger habe ich viel durch Beobachtung gelernt. Aber: Nicht glotzen, und nicht die Perspektive 1:1 kopieren!

Und warum zeig ich solche miesen Schnappschüsse hier? Weil auch solche typischen Anfängerfehler zu meiner Fotografenkarriere gehören. Bilder dieser Kategorie hab ich jede Menge auf meiner Festplatte. Aber aus jedem dieser Fotos habe ich etwas gelernt.

Update: Die “Was würde ich heute anders machen?”-Absätze hab ich nach Anregung von Marcel in den Kommentaren eingefügt. Frei nach dem Motto: Nicht nur meckern, sondern auch sagen, wie es besser geht.