Kreatives Schwarz-Weiß statt nur Farbe entfernen

Ich mag Schwarz-Weiß-Fotos. Und ich weiß, dass ich damit nicht alleine bin. Zum “Warum” gibt es wahrscheinlich so viele Meinungen wie es Fotografen gibt, und da das viel mit persönlichem Geschmack zu tun hat spare ich mir an dieser Stelle meine Ausführungen. Was ich mir nicht spare sind ein paar Ausführungen zum Erstellen interessanter(er) Schwarz-Weiß-Bilder mit GIMP. Ich weiß, das gehört eigentlich zu den Grundlagen – allerdings ertappe ich mich selbst immer wieder dabei, dass ich die insbesondere den Weg, der die interessantesten Ergebnisse liefert (über den Kanalmixer) zwar nicht vergesse, aber doch nur selten anwende. Dieser Blogpost ist also auch ein Stückchen “Selbsttherapie”. ;-) Also dann: Schicke Schwarz-Weiß-Fotos mit GIMP anhand zweier Beispiele (ein extremes und ein aktuelles).

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Bildschön reloaded

Ich fotografiere mittlerweile seit mehr als vier Jahren, und in dieser Zeit – so bilde ich mir ein – habe ich durch Praxis, Lektüre und Beobachtung anderer Fotografen (und ihrer Blogs) einiges gelernt. Grund genug, um eines der ersten Bilder, das ich im digitalen Zeitalter je geknipst habe, erneut zu schießen. Das Original ist dieses hier:

Schienen in die Elbe

“Geknipst” trifft es wahrscheinlich wirklich am besten: Sonderlich bewusst habe ich damals noch nicht fotografiert, was für gestalterische Aspekte wie etwa die Bildaufteilung gilt, noch viel stärker jedoch für technische Aspekte – Blende und Belichtungszeit manuell einzustellen ist bei meiner Kompakten, mit der ich seinerzeit fotografiert habe, zwar möglich, aber eher umständlich. Nachdem ich die “Ebbe und Flut”-Hürde also genommen habe, war ich gestern zur richtigen Zeit am richtigen Platz:

Schienen in die Elbe reloaded

Leicht zu erkennen: Das Foto ist anders. Uhrzeit und Datum (+ 4 Jahre) stimmen einigermaßen überein, das Schiff im Hintergrund lag damals (und gestern) nicht da. Der Bildausschnitt ist unterschiedlich, beim Remake ist mehr Hintergrund und Himmel zu sehen. Und die Helligkeitswerte sind anders. Mir persönlich gefällt es besser als das Original. Und eigentlich könnte dieser Beitrag hier zu Ende sein, aber da ich schonmal da war, wollte ich mich auch intensiver mit dem Motiv auseinandersetzen.

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Warum blogge ich eigentlich?

Es ist mal wieder soweit: Zeit für nen Grundsatzartikel. Nachdem ich mich im Rahmen einer Blogparade schon einmal darüber ausgelassen habe, warum ich fotografiere, ist diesmal das Thema “Bloggen” angesagt, ausgelöst durch einen Artikel bei Basic Thinking, der nach der Lektüre der von Bloggern gestalteten, wohl besser inhaltlich gefüllten “Scroll Edition” der Welt kompakt das Internet für belanglos und Bloggen für tot erklärt.

Hand aufs Herz: Warum blogge ich? Wegen des Geldes? Die paar Euro könnte ich auch anders ausgeben. Werbung werde ich hier nicht schalten, Flattr kommt mir auch nicht auf die Seite, und als Auftragsfotograf gegen Honorar – nur für den Fall, dass jemand mal auf diese abwegige Idee kommen sollte – stehe ich nicht zur Verfügung. Ruhm? Da muss ich nur einen kurzen Blick auf meine Blogstatistik werfen: so viele Leser verirren sich nicht hierher, die meisten, die via Google auf meinem Blog landen, springen nach einer Seitenansicht wieder ab, und ohne genaue Daten zu haben vermute ich, dass ich bei der Zahl meiner Abonnenten statt eines Feeds problemlos einen Telefonservice anbieten könnte, bei dem ich persönlich über neue Artikel informiere. (Das hätte sogar was…) Spaß? Ja, das trifft es ganz gut.

Ich schreibe gern, und ich bin arrogant genug zu wissen selbstbewusst genug zu glauben, dass ich das auch ganz gut kann. Ich beschäftige mich gern mit Computern, was eigentlich wieder gegen WordPress spricht, da hier in der Regel alles läuft und ich gar nicht selbst Hand anlegen muss, um Probleme zu lösen. Ich mache auch gern Fotos, und ich finde, dass einige davon ganz gut gelungen und zu schade sind, nur auf meiner Festplatte ihr digitales Dasein zu fristen. Hier kommt dann vielleicht doch der “Ruhm”-Gedanke durch: Wenn ich ein in meinen Augen hübsches Bild mache, es online stelle und ein mir vollkommen Fremder vom anderen Ende der Republik es mit “schönes Foto” kommentiert, dann streichelt das mein Fotografen-Ego – und ich freue mich dass auch die, die keinen Zugriff auf meine Festplatte haben ( = Weltbevölkerung – 1 ) sich das Bild anschauen können.

Ist das jetzt belanglos, liebe Redakteure von Basic Thinking? Reite ich ein totes Pferd? Ach, vergesst diese Fragen: Mein persönliches Relevanzempfinden wiegt hier schwerer als die Relevanzzuschreibung eines kommerziellen Blogs. Ich mache hier genau das, was angeblich überholt ist: persönliche Gedanken und Beobachtungen schreiben. Und ich mach’s gerne. Allerdings habe ich auch weder Hund noch Katze noch Kinder, so dass ich hier nicht mit Floh-/Katzen-/Windel-Content dienen kann. Dafür hab ich ‘nen Teddy, über den ich mir wahrscheinlich täglich tolle Geschichten ausdenken könnte. Und die Frage ist hier nicht “will das denn jemand lesen?” sondern eher “will ich das denn schreiben?”.

Brennweite und Darstellung

Interessanter Nebeneffekt meines Fotoshootings mit meiner Bassgitarre neulich: Ich hab ein paar Bilder, die sehr schön den Zusammenhang zwischen Brennweite und perspektivischer Darstellung illustrieren.

Kleine Brennweite:

Korpus 18mm

Korpus 18mm

Mittlere Brennweite:

Korpus 50mm

Korpus 50mm

Etwas größere Brennweite:

Korpus 100mm

Korpus 100mm

Korpus 200mm

Korpus 200mm

Wie man sieht, ändert sich die perspektivische Darstellung mit Änderung der Brennweite und (zumindest einigermaßen) gleichem Abbildungsmaßstab. Bei kleiner Brennweite wird der Vordergrund betont, je größer die Brennweite, desto mehr wird der Hintergrund betont.

Die Brennweite ändert dabei nicht die Perspektive. Die habe ich bei jedem Bild geändert, damit der Korpus immer gleich groß im Bild abgebildet wurde. Der Unterschied wird hier sehr schön erklärt.