Fotoaktion: Stille Post

Birgit startet eine schöne Fotoaktion: Stille Post. Die Idee: Das (sicherlich bekannte) Spiel “Stille Post” auf Fotografie umzumünzen. Start ist mit einem Foto, das der erste Teilnehmer bekommt. Dieser greift sich ein Element aus dem Bild heraus, macht sein eigenes Foto und reicht es weiter an den zweiten Teilnehmer, der sich ein Element aus dem Bild heraus greift usw. “Element” kann in diesem Fall z.B. eine Farbe, eine Form, eine Art des Bildaufbaus sein. Veröffentlicht werden die Fotos erst am Ende des Projekts, vorher kennt also jeder nur das Bild, das er bekommt, und das, das er/sie schießt.

Ich mach mit, anmelden kann man sich noch bis 15.Juli über die Kommentare zum oben verlinkten Post.

Wenn ich nicht ich wäre…

Birgit hat mich mit einem Stöckchen beworfen. Naja, genau genommen hat sie selbst ein Blog-Stöckchen aufgehoben, es anschließend in die Runde geworfen und in ihrem Post neben einigen anderen auch mich ebenso freundlich wie namentlich dazu aufgefordert, es aufzuheben. Normalerweise bin ich kein großer Fan von solchen Stöckchen, ich mag eher die offenen Fragen. Und oft frage ich mich, welche Drogen man eigentlich nehmen muss, damit einem sowas einfällt, und ob die Krankenkasse die im Zweifel bezahlen würde. Aber sei’s drum: Wenn ich so nett gebeten werde, kann ich einfach nicht nein sagen.

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Warum fotografiere ich eigentlich?

Über einen Post von Olli auf fotolism.us bin ich auf diesen Blog-Stammtisch bei Zoomyboy gestoßen. Eine regelrechte Gretchenfrage: Warum fotografiere ich eigentlich? An anderer Stelle in diesem Blog habe ich schon einmal dargelegt, wie ich zur Fotografie gelangt bin, aber aus gegebenem Anlass tue ich es noch einmal gerne.

Auf Fototour 2007

Auf Fototour 2007

Lange Zeit war Fotografie kein Thema für mich – sowohl eine anständige Kamera als auch die Filme waren einfach zu teuer. Ende der 90er – nach meinem Zivildienst – habe ich dann angefangen, für eine Zeitung zu arbeiten. Die Zeitung leistete sich eigene Fotografen, einige alteingesessene festangestellt, die meisten später freiberuflich. Ich habe diese Fotografen bei Terminen immer genau beobachtet und durfte einen von ihnen auch mal zwei Tage bei seinen Touren begleiten (bis zur Dunkelkammer – ja, es war noch das analoge Zeitalter). Und da ich viel redaktionell gearbeitet habe, musste ich die Bilder auch auswählen, weshalb ich mich viel stärker damit beschäftigen durfte.

Mit meinem Umzug nach Schleswig-Holstein schließlich hatte ich gar keine andere Wahl mehr, als selbst zu fotografieren: Die Zeitungen dort wollten alles aus einer Hand, Text und Foto von einem freien Mitarbeiter. Darüber, wie sinnvoll das aus Qualitätssicht ist, lässt sich sicher trefflich streiten. Für mich war es ein Glücksfall, sowohl finanziell als auch mit Blick auf mein heutiges Hobby: Ich musste mir eine Kamera zulegen, und da ich einen gewissen Anspruch an meine eigene Arbeit habe, habe ich mich  mit Dingen wie Technik und Bildaufbau beschäftigt. Die Erfahrungen, die ich zuvor nur durch Beobachtung sammeln konnte, haben mir dabei sehr weiter geholfen. Zunächst habe ich mir eine Kompaktkamera gekauft, mir schnell allerdings eine Spiegelreflex zugelegt. Ganz nebenbei hatte das den netten Nebeneffekt, dass ich bei Terminen als Journalist ganz anders wahrgenommen wurde – bei Presseterminen gucken alle scheinbar lieber in große Objektive. Private Fototouren habe ich anfangs gemacht, um den Umgang mit der Kamera zu trainieren.

Und jetzt? Mittlerweile arbeite ich wieder rein redaktionell (Mist, eigentlich wollte ich in diesem Blog über meinen Job gar nichts schreiben…) und nutze die Kamera nur noch privat. Aber ich fotografiere mit größerer Leidenschaft als zuvor. Und jetzt, endlich, nach 350 Wörtern, komme ich zum Punkt: Warum fotografiere ich?

Es ist selten das Ergebnis – meine Fotos schaue ich mir gerne an, aber nicht so häufig wie man vielleicht meinen könnte. Es ist vielmehr der Akt des Fotografierens selbst: Ich konzentriere mich auf das, was ich sehe, setze es in Gedanken in Szene, bevor ich die Kamera vors Auge hebe und mich darauf konzentriere, die Szenerie ordentlich zu belichten. Es gibt in dem Moment nur mich, das Motiv und meine Kamera als Werkzeug dazwischen. Da bleibt kein Raum für andere Gedanken – und dieses abschalten, den Kopf frei bekommen hat etwas befreiendes.

Das ist der Grund, warum ich fotografiere: Um für einen Augenblick aufzuhören zu denken.