Artikel-Schlagworte: „andere Fotografen“

Mein Bild bei der Bahn

Samstag, 5. Dezember 2009

Interessant, wo die eigenen Fotos manchmal so landen: Vor einigen Jahren hatte ich – im Auftrag des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages – ein Schmuckfoto vom Schloss Ahrensburg geschossen. Der Schlossstiftung gefiel das Bild so gut, dass sie mich fragte, ob sie das Foto für einen Schlossführer verwenden dürften. Damit hatte ich kein Problem, ich empfand es als Bestätigung und erklärte mein Einverständnis (natürlich unter der Voraussetzung, dass mein Name als Fotograf erwähnt wird).

Heute hab ich (mal wieder) nach meinem Namen gegoogelt. Und auf Seite 4 taucht zu meiner großen Überraschung dieser Treffer auf: Deutschebahn.ch: Schloss Ahrensburg Der Deutschen Bahn habe ich meines Wissens keine Veröffentlichungsrechte eingeräumt. Schätze, die Schlossstiftung wird es einfach weitergegeben haben. Schade, dass oft so unbedarft mit Urheberrechten umgegangen wird.

Was ich viel enttäuschender finde: Auf der Bahn-Homepage wurde das Bild total schrecklich beschnitten. Beim Original schweben dunkle Wolken über dem Schloss (weggeschnitten), die Spiegelung im Wassergraben ist klasse (zum größten Teil weggeschnitten), das ganze Bild wir eingerahmt von Laub und Ästen (fast alles weggeschnitten). Ich werd’ mal mein Archiv durchsuchen und sehen, ob ich das Original noch finde. Und mal sehen, ob ich in Sachen Bahn noch was unternehme…

Warum fotografiere ich eigentlich?

Freitag, 6. November 2009

Über einen Post von Olli auf fotolism.us bin ich auf diesen Blog-Stammtisch bei Zoomyboy gestoßen. Eine regelrechte Gretchenfrage: Warum fotografiere ich eigentlich? An anderer Stelle in diesem Blog habe ich schon einmal dargelegt, wie ich zur Fotografie gelangt bin, aber aus gegebenem Anlass tue ich es noch einmal gerne.

Auf Fototour 2007

Auf Fototour 2007

Lange Zeit war Fotografie kein Thema für mich – sowohl eine anständige Kamera als auch die Filme waren einfach zu teuer. Ende der 90er – nach meinem Zivildienst – habe ich dann angefangen, für eine Zeitung zu arbeiten. Die Zeitung leistete sich eigene Fotografen, einige alteingesessene festangestellt, die meisten später freiberuflich. Ich habe diese Fotografen bei Terminen immer genau beobachtet und durfte einen von ihnen auch mal zwei Tage bei seinen Touren begleiten (bis zur Dunkelkammer – ja, es war noch das analoge Zeitalter). Und da ich viel redaktionell gearbeitet habe, musste ich die Bilder auch auswählen, weshalb ich mich viel stärker damit beschäftigen durfte.

Mit meinem Umzug nach Schleswig-Holstein schließlich hatte ich gar keine andere Wahl mehr, als selbst zu fotografieren: Die Zeitungen dort wollten alles aus einer Hand, Text und Foto von einem freien Mitarbeiter. Darüber, wie sinnvoll das aus Qualitätssicht ist, lässt sich sicher trefflich streiten. Für mich war es ein Glücksfall, sowohl finanziell als auch mit Blick auf mein heutiges Hobby: Ich musste mir eine Kamera zulegen, und da ich einen gewissen Anspruch an meine eigene Arbeit habe, habe ich mich  mit Dingen wie Technik und Bildaufbau beschäftigt. Die Erfahrungen, die ich zuvor nur durch Beobachtung sammeln konnte, haben mir dabei sehr weiter geholfen. Zunächst habe ich mir eine Kompaktkamera gekauft, mir schnell allerdings eine Spiegelreflex zugelegt. Ganz nebenbei hatte das den netten Nebeneffekt, dass ich bei Terminen als Journalist ganz anders wahrgenommen wurde – bei Presseterminen gucken alle scheinbar lieber in große Objektive. Private Fototouren habe ich anfangs gemacht, um den Umgang mit der Kamera zu trainieren.

Und jetzt? Mittlerweile arbeite ich wieder rein redaktionell (Mist, eigentlich wollte ich in diesem Blog über meinen Job gar nichts schreiben…) und nutze die Kamera nur noch privat. Aber ich fotografiere mit größerer Leidenschaft als zuvor. Und jetzt, endlich, nach 350 Wörtern, komme ich zum Punkt: Warum fotografiere ich?

Es ist selten das Ergebnis – meine Fotos schaue ich mir gerne an, aber nicht so häufig wie man vielleicht meinen könnte. Es ist vielmehr der Akt des Fotografierens selbst: Ich konzentriere mich auf das, was ich sehe, setze es in Gedanken in Szene, bevor ich die Kamera vors Auge hebe und mich darauf konzentriere, die Szenerie ordentlich zu belichten. Es gibt in dem Moment nur mich, das Motiv und meine Kamera als Werkzeug dazwischen. Da bleibt kein Raum für andere Gedanken – und dieses abschalten, den Kopf frei bekommen hat etwas befreiendes.

Das ist der Grund, warum ich fotografiere: Um für einen Augenblick aufzuhören zu denken.

Beim Fotografieren fotografiert (leider nicht im Bild)

Dienstag, 13. Oktober 2009

Dieses Foto vom Sony-Center in Berlin ist zugegebenermaßen alles andere als spektakulär:

Berlin:. Sony Center

Berlin:. Sony Center

Amüsanter war vielmehr, was beim Fotografieren passiert ist: Für die passende Perspektive hab ich mich halb auf den Boden gelegt. Mit solchen Stunts hab ich keine Probleme, ebenso wenig mit den Blicken der Passanten – Hauptsache, das Bild wird besser als ohne diese Verrenkungen. Ungefähr 10 Meter von mir entfernt saß ein anderer Fotograf auf einer Bank, hat mich immer dann fotografiert, wenn ich die Kamera am Auge hatte – und hat sein Teleobjektiv schnell in eine andere Richtung gedreht, wenn ich geguckt habe.

Anfangs fand ich’s frech. Mittlerweile find ich’s amüsant. Schade, dass ich den Fotografen nicht angesprochen habe und ihn um eine Kopie der Bilder gebeten hab… (ja, ich bin manchmal schüchtern).

Fotografieren? Klar, aber bitte nicht immer…

Montag, 12. Oktober 2009

Ich fotografiere sehr gern. Aber hin und wieder lass ich die Kamera gerne mal in der Tasche und genieße einfach den freien Blick, der nicht durch den Sucher beschränkt wird. Zum Beispiel bei Konzerten.

So geht’s allerdings nicht allen. Und während ich sonst für jeden Fotografen Verständnis habe (es sei denn, er läuft mir gerade ins Bild), geht mir das bei Konzerten völlig ab. Mich nervt es, wenn ich die Bühne den halben Auftritt lang nur über die Displays der massenhaft in die Luft gehaltenen Digital-Kameras sehen kann.

Das musste jetzt einfach mal raus…