Fotoaktion: Stille Post

Birgit startet eine schöne Fotoaktion: Stille Post. Die Idee: Das (sicherlich bekannte) Spiel “Stille Post” auf Fotografie umzumünzen. Start ist mit einem Foto, das der erste Teilnehmer bekommt. Dieser greift sich ein Element aus dem Bild heraus, macht sein eigenes Foto und reicht es weiter an den zweiten Teilnehmer, der sich ein Element aus dem Bild heraus greift usw. “Element” kann in diesem Fall z.B. eine Farbe, eine Form, eine Art des Bildaufbaus sein. Veröffentlicht werden die Fotos erst am Ende des Projekts, vorher kennt also jeder nur das Bild, das er bekommt, und das, das er/sie schießt.

Ich mach mit, anmelden kann man sich noch bis 15.Juli über die Kommentare zum oben verlinkten Post.

Fotografischer Staffellauf

Ich habe eine Idee.

Birgit hat mal ein Projekt gemacht, bei dem sie alle 30 Schritte ein Handy-Foto geknipst hat. Ich versuche ab und an, mit meiner Serie Gesichter der Großstadt meine Wahlheimat Hamburg zu porträtieren. Gestern habe ich mir im Museum für Kunst und Gewerbe die Ausstellung “Portraits in Serie” angesehen (gerade noch rechtzeitig bevor sie am 17.Juni endet). Das alles zusammen hat sich zu einer Projekt-Idee zusammen gefügt: Eine Art Serienportrait Hamburgs, bei dem ich allerdings keine absolute Entfernung zwischen zwei Fotos wähle, sondern eine relative – der Standort, von dem aus ich ein Foto schieße, muss auf dem vorherigen Foto zu sehen sein. Je nachdem können also wenige Schritte oder hundert Meter zwischen zwei Bildern liegen. Das Ganze nenne ich “fotografischen Staffellauf”, danach hab ich gerade auch kurz gegoogelt, aber auf die Schnelle nicht gefunden, dass ich die Idee unbewusst geklaut habe. (Sollte ich mich hier irren bin ich für Hinweise und einen Link dankbar…)

Au ja, das mach ich. Das plane ich sogar: Ich werde den ein oder anderen Spaziergang durch Hamburg machen und ein wenig auf Motive achten, mir ein Datum raussuchen, an dem die Stadt nicht wegen irgendeines Events total überlaufen ist, und dann meinen fotografischen Staffellauf durchführen. Einen Termin habe ich zwar noch nicht, aber höchstwahrscheinlich wird es erst im Juli etwas. Wer mitmachen will ist herzlich eingeladen, wer es in seiner Heimat machen will natürlich auch, wer es einfach nur weitererzählen will ebenso. Ansonsten gibt es das Ergebnis in wenigen Wochen hier.

:-)

Geländerschnee, diesmal schräg und schwarz-weiß

Es ist schon ein paar Wochen her, dass De-tail in den Kommentaren angeregt hat, das schräge Geländerschnee-Foto in ein Schwarz-Weiß-Bild umzuwandeln. Mit ein wenig Verspätung komme ich dem jetzt nach:

Geländerschnee Schwarz-Weiß fallend

Geländerschnee Schwarz-Weiß fallend

Geländerschnee Schwarz-Weiß steigend

Geländerschnee Schwarz-Weiß steigend

Wie schon einmal erwähnt habe ich die Umwandlung in Schwarz-Weiß mit ShowFoto vorgenommen (Film: KodakTrix, kein Linsenfilter), anschließend ein bisschen Filmkörnung hinzugefügt. Und beim Ergebnis teile ich De-tails Meinung: Während ich bei der farbigen Variante die fallende Version schöner finde, gefällt mir bei der Schwarz-Weiß-Variante die steigende Version besser.

Jetzt reicht es aber auch mit diesem Motiv – mal abgesehen davon, dass in Hamburg (zumindest dieses Wochenende) der Frühling eingezogen ist. Das nächste Mal gibt es frische Fotos. :-)

Zack die Linse: Fazit und neues Thema (2)

Ok, diesmal lag mir das Thema besser, ich hatte nicht mehr Zeit, aber mehr Ruhe, und mein letztes Foto lag nicht knappe 6 Wochen zurück. Eigentlich beste Voraussetzungen für das jüngste Thema “Zwei” beim “Zack die Linse”-Projekt. Und tatsächlich bin ich mit den Bildern, die ich diesmal abgeliefert habe, um einiges zufriedener als letztes Mal. Aber der Reihe nach:

Daran, dass ich entgegen meiner ersten Erwartungen doch nicht so viel Zeit hatte, war mein kleiner Bruder schuld. Er war am Wochenende überraschend zu Besuch – naja, überraschend insofern, als dass ich gedacht hatte, er käme erst diese Woche. War ein lustiges Wochenende, das allerdings ohne Kamera über die Bühne ging (obwohl ein Foto “Zwei Brüder” im Nachhinein betrachtet vielleicht gar nicht so uncool gewesen wäre…). Fotografieren fürs Projekt konnte ich also ab Sonntagnachmittag. Meine Fotos und die Geschichten dazu folgen jetzt:

Tinte und Feder

Beim Thema “Zwei” ist mir der Gedanke gekommen, dass es einige Dinge gibt, die zwar nicht klassisch paarweise, aber doch häufig mit einem festen Begleiter auftreten: Pfeffer und Salz, Essig und Öl, Tom und Jerry, Heulen und Zähneklappern. Und als mein Blick am Sonntag meinen Schreibtisch streifte, sprang mir ein solches Paar ins Auge: Tinte und Löschsand. Also fix ein paar Utensilien vom Schreibtisch hübsch arrangiert und fotografiert: Das Ding im Vordergrund ist eine Schreibfeder aus Glas (funktioniert wirklich, sehr schönes Schriftbild), die Tinte ist Dufttinte (riecht nach Schokolade), und das Buch im Hintergrund ist so leer wie die beiden aufgeschlagenen Seiten (liegt jetzt schon fast zwei Jahre in meiner Schublade, aber ich find’s irgendwie schön und will da deshalb auch was schönes reinschreiben, weiß nur noch nicht was…). Beleuchten wollte ich es mit zwei Kerzen, die jedoch nicht für genug Licht gesorgt haben, weshalb doch noch eine Schreibtischlampe indirekt über die Wand aushelfen musste. Stativ, halbe Sekunde Belichtungszeit, offene Blende für die Unschärfe, im GIMP nur noch ein bisschen an den Farben geschraubt.

Schaufensterpuppen

Bei der Entstehungsgeschichte von Bild Nr. 2 muss ich im Nachhinein ein wenig schmunzeln. Während andere bei dem Thema zuerst an Augen gedacht haben, war einer meiner ersten Gedanke “Schuhe”… vielleicht sollte ich mal einen Macho-Kurs belegen. Mein Schaufensterbummel durch die Hamburger City nach Feierabend und Sonnenuntergang verlief dann allerdings doch zunächst  ergebnislos, ich konnte kein Paar Schuhe finden, das so arrangiert war, wie ich es mir vorgestellt habe. Was ich dann jedoch erblickt habe waren diese beiden Schaufensterpuppen. Besonders “sie” stach ins Auge, da sie als einzige Puppe weit und breit mit dem Rücken zum Schaufenster stand (sieht irgendwie aus, als hätte sich die Dekorateurin am Morgen noch mit ihrem Freund gestritten). Nach ein paar Schritten nach links eröffnete sich dann auch eine hübsche Perspektive, aus der man dank Spiegel auch beide Gesichter sehen konnte.

Soviel also in aller Ausführlichkeit zu meinen Projekt-Beiträgen. Ich könnte natürlich schreiben, dass ich die Bilder erst zwei Stunden vor Frist bei Flickr hochgeladen habe, um wirklich voll im Thema zu bleiben, aber das wäre gelogen. ;-) Die “Konkurrenz” diese Woche war allerdings schier übermächtig, fast alle Stimmen entfielen auf zwei Bilder (auch das passt zum Thema). An diese Stelle passt vielleicht der Hinweis ganz gut: Ich find’ das Projekt klasse, auch wenn die größte Herausforderung für mich immer die knapp bemessene Zeit sein wird. Und ob’s ein Voting für die Bilder gibt oder nicht ist mir schnuppe – ich weiß, dass es viele bessere Fotografen als mich auf der Welt gibt, einige sind bei dem Projekt dabei, wahrscheinlich ist der Tag, an dem ich mal ein Bild in die “Hall of Fame” hochladen darf, auch der Tag, an dem ein ungedopter Fahrer die Tour de France gewinnt. Who cares, mir macht’s Spaß, und wenn ich nicht will, dass andere meine Fotos bewerten, sollte ich besser sofort mit dem Bloggen aufhören.

Das neue Thema lautet übrigens “Wasser des Lebens”. Wahrscheinlich stand “Wasser des Todes” im Themenpool nicht zur Auswahl. Aber hey: Ich wohne in Hamburg, und da müsste es doch wirklich mit dem Teufel zugehen, wenn ich hier nicht ein schönes Wasser-Motiv finde…

Zack die Linse: “Sommer adé”

Zum Glück schickt Flickr automatisierte Benachrichtigungen. So bin ich doch noch um drei Ecken daran erinnert worden, dass heute das Projekt “Zack die Linse” startet. Das erste Thema: “Sommer adé”. Die allgemeinen Bedingungen: Kein Archiv-Bild, eine Woche Zeit. Die besonderen Bedingungen: Auf dem Foto muss etwas Blaues zu sehen sein, und nach Möglichkeit kein Herbstlaub.

Mein erster Gedanke: Himmel hilf! Ich bin seit Wochen nicht mehr zum Fotografieren gekommen, im Büro geht’s drunter und drüber, am Wochenende ist Reeperbahn-Festival, und jetzt soll ich mit Abgabetermin kreativ sein?

Mein zweiter Gedanke: Ich hab zwei schöne Ideen. Für eine brauch ich aber noch ein Modell… das könnte fast komplizierter werden als Terminstress und Zeitmangel.

(Memo an mich selbst: In die Sidebar das Projekt-Logo einbauen und verlinken.)

Kaffee

Zufälle gibt’s: Da sitze ich heute Morgen nach dem Frühstück noch am Tisch und überlege, ob ich nicht doch vielleicht beim Projekt C8H10N4O2 von Nitty und Lacaosa aufspringen soll – und plötzlich bietet sich mir beim Blick auf/in meine Kaffeekanne dieses Bild:

Lachender Kaffee

Lachender Kaffee

Wohlgemerkt: Kein Photoshop oder sonstiges, sondern ein Schnappschuss, quasi “aus der Hüfte geschossen”. Viel Zeit zum Arrangieren hatte ich nicht, was man an den Frühstücks-Reste-Krümeln im Vordergrund und den Zutaten fürs Abendessen im Hintergrund eventuell erkennt… Aber wenn das mal kein Zeichen ist. ;-)

Zufälligerweise zeigt das Bild auch noch meine bevorzugte Art (zumindest Zuhause) der Kaffeezubereitung: die gute alte Bodum-Presskanne (mit dem sympathischen Werbeslogan “make taste, not waste”). Wer’s nicht kennt: In die Glaskanne kommt das Kaffeepulver, kochendes Wasser drauf, ein paar Minuten ziehen lassen, umrühren und dann mit dem eingebauten Filter das Pulver runter drücken. Großartiges Aroma, allerdings ein wenig zeitaufwändig und deshalb eher ein Ritual fürs Wochenende oder den (freien) Nachmittag.

Als “Projektteilnahme” betrachte ich das mal noch nicht. Mal sehen, ob ich bis zum 28.6. noch neben Büro und Fußball-WM ein paar Bilder hinbekomme und dann auch die zugehörigen Fragen beantworten kann. (Dabei ist das Thema des Projekts doch wie für mich gemacht – streng Dich an, Daniel!)

Zugzwang

Uha, das nennt man doch mal “sanften Druck”: Marcel hat auf seinem Blog eine neue Serie gestartet, bei der er monatlich kleinere und unbekanntere Fotoblogs vorstellt. Ich bin schon gespannt auf die nächsten Folgen, da ich dabei sicher auf einige interessante Seiten stoßen werde, die ich noch nicht kenne. Das Blog, das Marcel bei der Premiere vorstellt, kenn’ ich allerdings schon – das ist nämlich meins. :-)

Da fühl’ ich mich definitiv geehrt, keine Frage. Aber eben auch ein bisschen unter Zugzwang. Schließlich ist der letzte Post zwei Wochen alt (und handelte davon, dass der letzte Post davor auch schon zwei Wochen alt war…). Deshalb dieser Beitrag, natürlich garniert mit einem aktuellen Foto:

Stop eating animals

Stop eating animals

Ist scheinbar eine Guerilla-Aktion von Vegetariern, klebt da seit einigen Wochen, ein Kollege erzählte mir, er hätte ähnliche Aufkleber in der U-Bahn gesehen. Ich muss jeden Morgen, wenn ich auf meinem Arbeitsweg da vorbei gehe, jedenfalls schmunzeln. -)

Wenn ich nicht ich wäre…

Birgit hat mich mit einem Stöckchen beworfen. Naja, genau genommen hat sie selbst ein Blog-Stöckchen aufgehoben, es anschließend in die Runde geworfen und in ihrem Post neben einigen anderen auch mich ebenso freundlich wie namentlich dazu aufgefordert, es aufzuheben. Normalerweise bin ich kein großer Fan von solchen Stöckchen, ich mag eher die offenen Fragen. Und oft frage ich mich, welche Drogen man eigentlich nehmen muss, damit einem sowas einfällt, und ob die Krankenkasse die im Zweifel bezahlen würde. Aber sei’s drum: Wenn ich so nett gebeten werde, kann ich einfach nicht nein sagen.

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RE: Fotografie ist Muße. Wenn man es zulässt.

Dieser Beitrag ist eine Antwort auf “Fotografie ist Muße. Wenn man es zulässt.” von Birgit Engelhardt.

Heute war wieder einer dieser Tage: Die ganze Woche hatte ich mir schon vorgenommen, mir meine Kamera zu schnappen und an die Alster zu fahren, um da ein paar Winterfotos zu schießen. Eine richtige Fototour hab ich dieses Jahr schließlich noch nicht gemacht. Als ich dann heute Morgen Mittag aufgestanden bin, hatte ich direkt ein paar Ausreden: Es hat geschneit, außerdem war es kalt, und es gab zuhause noch so viel zu tun… und dann les ich diesen Post von Birgit.

Kurz zusammen gefasst: Birgit hat sich bislang zu sehr selbst gestresst, wenn es um ihr Hobby Fotografie ging. Bis sie mal eine kleine Pause einlegen musste, keinen Internetanschluss hatte und ihr Hobby gezwungenermaßen mal etwas ruhiger angehen lassen musste. Wie immer bei solchen philosophischen Posts hab ich mich gefragt: Wie ist das bei mir?

Muße ist nun wirklich nicht mein Problem. Ganz im Gegenteil: Wenn ich keine Lust und Muße zum Fotografieren habe, dann lass ich es. Es passiert oft genug, dass ich mit Kamera losziehe und kein einziges Foto schieße. An solchen Tagen fehlen mir Kreativität und der Blick für Motive. Das ist dann auch gar nicht schlimm – schlimmer ist es, wenn ich auf Teufel komm raus dann doch etwas fotografiere, nur um nicht umsonst meine Kamera mitgeschleppt zu haben. Das klappt zwar rein technisch gesehen, aber die Fotos werden einfach nicht schön. Ohne Muße kann ich gar nicht fotografieren.

Und wie ist Birgit in diese Situation gekommen? Ich darf mal kurz zitieren:

  • Ich habe einen Blog, den ich liebe. Aber er muss gefüllt werden, auch, wenn ich grad keine Lust habe. Das erwarten die Leser.
  • Ich habe viele Blogs im Feedreader, die zu lesen viel Zeit kostet. Aber das ist neuer Input, und das macht mich besser. Denke ich.
  • Ich habe mehrere Projekte, v.a. das Community-Kochbuch. Ich koche gerade mit Leidenschaft, aber ich muss auch nen Zwischenstand fertig machen, die Rezepte von den jeweiligen Einreichern absegnen lassen und alles online stellen. Darauf warten die Mitmacher.
  • Ich muss üben, um besser zu werden.
  • Ich habe so viele unbearbeitete Fotos auf dem Rechner, so viel ungenutztes Potenzial…
  • Und von dem einen Programm ist die Testphase von 30 Tagen fast abgelaufen, ohne dass ich es mir bisher angesehen habe.
  • Ihr seht: Viele “ich müsste”, “man erwartet” … sehr viele Ketten, die ich mir selbst auferlegt habe, ohne zu wissen, ob es sie überhaupt gibt. Versteht mich nicht falsch: An den meisten Tagen macht mir das alles sehr sehr viel Spaß. Aber manchmal ist es auch eine Last, eine Verpflichtung, eine Verplanung der Freizeit, egal ob ich will oder nicht.

Viele unbearbeitete Fotos hab ich auch. Aber ehrlich: Während sie auf meiner Festplatte schlummern, werden sie nicht schlechter. An Projekten nehm ich gar nicht erst teil – weil ich genau weiß, dass mir die Disziplin fehlt, das lange durchzuziehen. Auch ich hab ein paar Blogs im Feedreader – derzeit genau zehn, die meist nicht täglich posten. Sobald ich merke, dass ich einen Feed nicht mehr lese, fliegt er aus dem Reader raus. Und last but not least mach ich mir keinen Druck, was mein Blog angeht. Wenn ich Zeit habe, blogge ich, wenn ich keine Zeit habe, blogge ich nicht – ich hoffe mal, dass die paar Stammleser, die ich habe, nicht täglich neuen Input erwarten. Üben allerdings würde meinen fotografischen Fähigkeiten sicher gut tun. Aber selbst auferlegte Ketten? Fehlanzeige. Mit der Folge, dass ich in meinem “Fotoblog” dieses Jahr noch kein Foto veröffentlicht habe. Bei Birgit habe ich 26 gezählt.

Nein, Muße ist wirklich nicht mein Problem. Eher das Gegenteil. Der erste Absatz oben zeigt es: Mein Problem ist eher mein innerer Schweinehund. Ein ausgewachsenes und, das kann ich ganz ohne Stolz sagen, recht prächtiges Exemplar. Ginge es bei mir nur um Muße, so würde ich wahrscheinlich nur quartalsweise meine Kamera auspacken. Fotografieren tut mir gut, es macht mir Spaß – aber oft genug muss dazu erstmal besagter Schweinehund an die Kette gelegt werden.

Birgit möchte 2010 mehr Muße in ihre Fotografie bringen. Ich möchte 2010 ein bisschen mehr Disziplin in meine Fotografie bringen. Vielleicht kann ich mir von ihr in der Hinsicht eine Scheibe abschneiden.

Ach ja: Auf Fototour war ich heute, irgendwann hat der Schnee aufgehört, und ausgerechnet Birgit hat mich per Mail gescheucht. :-) Sind ein paar schöne Fotos bei rumgekommen, bei Gelegenheit werd ich sie hier veröffentlichen – sobald ich mal wieder Muße zum bloggen hab…

Low Key

dienitty hat mal wieder was gebloggt, was mich direkt herausgefordert hat: Sie hat versucht, Low Key-Bilder zu schießen. Da ich diese Optik auch sehr mag dachte ich mir, ich probier’ mal mein Glück. Herausgekommen ist das:

LoKeyTeddy_fertig

LoKeyTeddy_fertig

Das Foto Schritt für Schritt

Da ich diese Optik besonders bei Portraits auch sehr mag und in Ermangelung eines menschlichen Models musste ein Teddy herhalten – war ein Weihnachtsgeschenk meines kleinen Bruders vor zwei Jahren, der Rücken ist eine Tasche, in den man eine Wärmflasche stecken kann, und er hört auf den Namen Jacques.

Zunächst hab ich mich um den Aufbau gekümmert: In diesem Falle glücklicherweise ists im Winter früh dunkel, so dass ich kein einfallendes Licht aussperren musste. Als Lichtquelle diente mir ausschließlich eine Schreibtischlampe (20 Watt). Damit der Hintergrund schön in der Dunkelheit verschwindet habe ich die Lampe so gedreht, dass die Wand kein direktes Licht abbekommt. Einzig der Teddy sollte direkt beleuchtet sein, weshalb ich ihn schön weit von der Wand weg platzieren musste. Ein wenig fotografisches Hilfsmittel dabei: Eine Dose Ravioli, damit Jacques nicht umkippt. Das ganze sah dann so aus.

LoKeyTeddy

LoKeyTeddy Aufbau

Wie man vielleicht sieht ist mein Hintergrund (Tür und Heizung) weiß, was bei Low Key-Aufnahmen vielleicht nicht so nahe liegt.

Beim Foto selbst habe ich zunächst den niedrigsten ISO-Wert, den ich zur Verfügung habe, ausgewählt. Bei meiner Kamera heißt das “Lo80″, soll ein Modus speziell für Low-Key-Aufnahmen sein und dafür sorgen, dass auch in dunklen Bereichen noch Zeichnungen vorhanden sind. Für die Belichtungsmessung heißen die Zauberworte “Spot-Messung” und “manuelle Einstellung”: Per Spotmessung hab ich die hellste Stelle meines Models (rechts neben der Nase) angepeilt und mir die Werte für Blende und Verschlusszeit, die die Kamera gewählt hätte, gemerkt. Anschließend hab ich für die manuelle Einstellung die Blende übernommen, die Belichtungszeit allerdings verkürzt und mich Bild für Bild ans passende Ergebnis heran fotografiert. In Zahlen: Bei Brennweite 60mm bei 1/6 Sekunde F 5,6. Ohne jede Bearbeitung sieht das Ergebnis zunächst so aus:

LoKeyTeddy unbearbeitet

LoKeyTeddy unbearbeitet

Bildbearbeitung

Ein bisschen was nachgeschraubt hab ich dennoch, allerdings hat mich das ganze keine fünf Minuten gekostet (Aufbau und Fotografieren war zeitaufwändiger): Zunächst hab ich in der Bildbearbeitung die Funktion für den automatischen Weißabgleich gewählt – war an der Kamera auch aktiviert, und in Kombination mit der Auto-Funktion im GIMP erziele ich damit in der Regel ganz gute Ergebnisse.

LoKeyTeddy Weißabgleich

LoKeyTeddy Weißabgleich

Schon besser unter dem Aspekt Licht und Schatten, aber der Hintergrund ist mir noch zu hell. Deshalb einfach nochmal den Kontrast hochschrauben und schon haben wir dieses Bild:

LoKeyTeddy Kontrast

LoKeyTeddy Kontrast

Geht doch: Die Schatten verschwinden im Dunkel, die belichtete Teddy-Seite bleibt schön hell. Bis hierher keine zwei Minuten (Datei öffnen und immer zwischenspeichern inklusive).

Etwas aufwändiger war lediglich der letzte Schritt: Einen hübschen Ausschnitt wählen (das ging schnell) und das letzte bisschen Boden, das links vom Bär noch einigermaßen zu sehen ist, großflächig über die “Abwedeln”-Funktion abgedunkelt. Aber auch das waren keine zwei Minuten – und das Ergebnis ist ganz oben zu bewundern.

Fazit

Die wichtigsten Schritte bei dieser Low Key-Aufnahme aus meiner Sicht:

  • gezielte Beleuchtung: nur eine Lichtquelle, Licht von der Seite und leicht von hinten kein direktes Licht auf den Hintergrund
  • Belichtungsmessung per Spot-Messung: jede andere Einstellung hätte versucht, die dunklen Stellen aufzuhellen, womit der Low Key-Effekt natürlich dahin wäre
  • gewollte Unterbelichtung: laut meiner Kamera war das Bild fast zwei Blendenstufen unterbelichtet – entweder mit der Belichtungskorrektur arbeiten oder gleich manuell einstellen

@dienitty: Ich hoffe, das hilft Dir bei Deinen Versuchen ein bisschen weiter. Bin schon gespannt auf Deine Bilder. ;-)