Zack die Linse Oktober: Bunt

Puh… ich hab mich ja sehr gefreut, dass das “Zack die Linse”-Projekt wieder läuft. Und dass im Gegensatz zum ersten Anlauf diesmal ein ganzer Monat Zeit ist, ein Foto zu schießen und zu posten. Meinen Beitrag im Oktober sehe ich allerdings unter dem Motto “Dabei sein ist alles”:

Zack die Linse - bunt

Zack die Linse - bunt

Das Thema des Monats (und der ersten Runde seit Wiederaufleben des Projekts): “Bunt, bunt, kunterbunt”. Hm, gar nicht so herausfordernd, das hatte ich zumindest im ersten Moment gedacht. Dann allerdings gab es doch zwei nicht gerade kleine Hürden: Zum einen mein chronischer Zeitmangel, der sich auch deutlich in der Blogaktivität niedergeschlagen hat. Zum anderen wollte mir nicht so recht eine Umsetzung einfallen. Die paar Ideen, die ich zwischenzeitlich hatte, haben mich selbst nicht überzeugt. Schlimmer noch: Ich hab den Oktober eher als grau erlebt. Nicht im Sinne von “langweilig” wohlgemerkt. Aber Farben sehen, ein Bild, das auch noch das Attribut “bunt” verdient hätte, und dann noch fotografisch umsetzen, wollte irgendwie nicht funktionieren.

Was es letztendlich geworden ist: das Foto der Leuchtreklame eines Motels in Hamburg. Ich sehe die Neonreklame jeden Tag, besonders im Winter sticht sie richtig ins Auge. Auf dem oben Foto hat sie allerdings nicht die Wirkung wie im Original – eine alternative Umsetzung des Motivs ist dann allerdings an meinen fotografischen Fähigkeiten bei Nachtaufnahmen in Verbindung mit meiner Ungeduld gescheitert… Das Bild oben kam so – abgesehen von Größenänderung und minimaler Nachschärfung – aus der Kamera.

Am Thema selbst kann es kaum gelegen haben: Bei einem kurzen Blick in die Flickr-Gruppe war ich schon beeindruckt, wie man das Thema umsetzen kann. Es waren wirklich einige Fotos dabei, die mir gefallen haben.

Wie geschrieben: Dabei sein ist alles. Und mal wieder was ins Blog schreiben ist ja auch ganz nett. ;-) Ich hoffe auf ein schönes Thema für den November, das ich mal wieder so umsetzen kann, dass ich mit dem Ergebnis selbst zufrieden bin…

Außer Übung

Verdammt. Der Urlaub naht, mein Plan war, ein paar Tage wegzufahren und viele tolle Fotos zu machen. Und ich beginne zu zweifeln ob letzteres so klappt wie geplant…

Am Sonntag war absolutes Traumwetter in Hamburg, ich hab ein paar freie Stunden genutzt um zu Planten und Bloomen zu fahren. Zugegeben: ich war etwas uninspiriert. Trotzdem: bei den Motiven, die sich einem dort bieten, müssten zumindest ein paar schicke Blümchenbilder rumkommen. Insgesamt hab ich 36 Fotos geschossen, nach der Ausschuss-Bereinigung blieben 21 übrig, von denen nach meiner eigenen Bewertung keines mehr als 3 von 5 Punkten verdient hat. Die drei schönsten (hier zu verstehen als: die drei Einäugigen unter den Blinden) sind diese hier:

Ganz ehrlich: Das sind nun wirklich keine Bilder, mit denen man angibt. Technisch gesehen zwar ok, aber ansonsten irgendwie… langweilig. Am besten gefällt mir persönlich noch Bild 1, das zumindest eine ungewöhnliche Perspektive vorweisen kann und einigermaßen Tiefe hat. Vielleicht lässt sich durch ein bisschen Bearbeitung noch ein interessantes Bild daraus machen, aber “schön” ist in meinen Augen echt anders.

Ich habe ja schon häufiger gemerkt (und hier und da auch drüber gebloggt), dass Übung und Routine viel ausmachen kann. Und derzeit ist’s damit bei mir nicht sehr weit her. In meiner aktuell eher knapp bemessenen Freizeit fehlt mir dann doch die Lust, mir die Kamera zu schnappen.  Ich freu mich trotzdem auf meinen Urlaub – nur der virtuelle Diaabend im Anschluss fällt wahrscheinlich etwas knapper aus.

Aber ehrlich: Diaabende sind doch meist eh langweilig…

showFoto-Spielereien

Ich hab’s angedroht: Ich bearbeite meine Bilder vom jüngsten Trotz-Fotowalk. Statt den GIMP zu bemühen (dessen Funktionen ich mittlerweile zumindest einigermaßen beherrsche, auch wenn ich wahrlich kein Meister der Bildbearbeitung bin), habe ich diesmal zu showFoto gegriffen, eine Bildbearbeitung unter KDE, die sehr gut in mein Fotoverwaltungsprogramm digiKam integriert ist. Langer Rede kurzer Sinn: Außer Zuschnitt und Drehung kenne ich mich damit praktisch gar nicht aus, deshalb war’s eher eine Try-and-Error-Bearbeitung.

Wobei ich finde, dass sich das Ergebnis hier und da durchaus sehen lassen kann – deshalb, zwecks Nachvollziehbarkeit, Original und “Fälschung” jeweils neben-/untereinander:

 

Die beiden Freiluftbilder haben in meinen Augen durch die Farbverschiebung eine coolere Optik gewonnen.

Ursprüngliches Bild: eher langweilig. Schwarz-Weiß: interessant.

Deutlich zu erkennen: Meine Bilder schiffen nach links…

Zugegeben: nicht die schönsten Bilder, die ich je geschossen habe – aber wenigstens sind es Bilder. :-) Und jetzt bin ich mal gespannt auf Euer Feedback, insbesondere zu den Bearbeitungergebnissen.

Planung gehört dazu

Eines meiner ersten Digitalfotos war vor vier Jahren dieses hier von einem Schienenstrang in die Elbe. Spätestens seit diesem Frühjahr hatte ich vor, das Foto noch einmal neu zu machen – erstens weil ich mittlerweile eine bessere Kamera habe, zweitens weil ich als Fotoneuling den Anfängerfehler gemacht habe, das Bild kleiner zu rechnen und die Originaldatei zu überschreiben. Spontan war meine Tour nach Blankenese heute also nicht, allerdings auch nicht gut geplant. Denn das Bild, das sich mir heute an selber Stelle wie damals bot, war dieses:

Schienen in der Elbe

Daniel, Du Depp: Wenn Du etwas fotografieren willst, was in die Elbe führt, mach Dir vorher Gedanken über die Gezeiten!

Mir als gebürtigem Rheinländer sei es nachgesehen: Der Rhein kennt schließlich keinen Tidenhub. Aber dank eines sehr freundlichen Blankenesers weiß ich jetzt, dass Niedrigwasser morgen, 14.7.2010, um 14.29 Uhr ist. Abgelesen aus einem Gezeitenkalender, den er extra aus seinem Haus geholt hat. Und versehen mit den beiden Anmerkungen “das gilt für St. Pauli, kommen Sie also eine halbe Stunde früher” sowie “das ist die Zeit, zu der man üblicherweise hierher kommt”. Fehlte nur noch der Hinweis: “Ein guter Fotograf plant sowas.”

Dabei war das Licht gar nicht so schlecht… die restlichen Fotos von heute gibt es nach der (Niedrigwasser-)Foto-Tour morgen.

Und für alle Fotografen an Elbe oder am Meer, die es noch nicht kennen: Die Gezeitenvorausberechnung des Bundesamtes für Schifffahrt und Hydrographie im Internet.

Anfängerfehler

Normalerweise finden sich in Fotoblogs ja immer die gelungensten Aufnahmen, sozusagen eine “Ultimate Definitive Greatest Shots Collection”. Ist bei mir bislang ja genauso. Aber das ändert sich jetzt:

Das Hamburger Rathaus

Das Hamburger Rathaus

Das Foto war eines der ersten Bilder, die ich als Digitalfotograf überhaupt geschossen habe. Damals (Mai 2006) fand ich es ganz toll. Mittlerweile schrecklich. Die Bildkomposition hat diesen Namen nicht verdient (wollte ich überhaupt das Rathaus fotografieren oder doch das Alsterfleet im Vordergrund?), zu allem Überfluss ist auch noch die Turmspitze abgeschnitten, der Schärfepunkt liegt auch falsch. Dass der Himmel überbelichtet ist, kann ich ja noch auf meine fotografische Unerfahrenheit seinerzeit schieben.

Was würde ich heute anders machen? Den ganzen Bildausschnitt höher schieben – dann ist der Rathausturm ganz drauf und außerdem weniger vom aktuell sehr dominanten Wasser im Vordergrund. Wenn man schon mit einer Belichtungsautomatik arbeitet bei solchen Lichtverhältnissen entweder den Himmel mit einbeziehen z.B. über Mehrfeld-/mittenbetonte Messung) oder per Belichtungskorrektur abdunkeln, bis der Himmel passt. Aus dunklen Stellen lässt sich per digitaler Nachbearbeitung noch was rausholen, aus überbelichteten nicht.

Oder wie wäre es hiermit:

Harley-Teddy

Harley-Teddy

Ein Spitzen-Motiv: Die Harley-Days in Hamburg, überall Rocker, Lederjacken, Chrom, Testosteron liegt in der Luft. Und mittendrin, auf einer aufgemotzten Maschine, sitzt dieser Teddy auf dem Sozius. Aber auch hier: Komposition und falsche Schärfe vermasseln das Foto.

Was würde ich heute anders machen? Auf den Teddy scharf stellen, abblenden für die Tiefenschärfe, die Perspektive so wählen, dass man die Motorräder besser als solche erkennt (z.B. einen Schritt nach links gehen).

Eins hab ich noch:

Segelschiff im Hamburger Hafen

Segelschiff im Hamburger Hafen

Entstanden bei einer Hafenrundfahrt in Hamburg: Das Licht war toll, der Himmel wirkt dramatisch – ebenso dramatisch finde ich allerdings die Spiegelung der Fensterscheibe, durch die ich fotografiert habe. Ein paar Meter weiter Richtung Heck gab’s unüberdachte Plätze, wo viele Fotografen saßen – mittlerweile weiß ich warum und würde mich auch dazu setzen.

Was würde ich heute anders machen? Nicht durch die Scheibe fotografieren. Generell ist es nie verkehrt, andere Fotografen (besonders die mit den teuren Kameras) diskret zu beobachten und sich zu fragen, warum die machen, was sie gerade machen. Gerade als Anfänger habe ich viel durch Beobachtung gelernt. Aber: Nicht glotzen, und nicht die Perspektive 1:1 kopieren!

Und warum zeig ich solche miesen Schnappschüsse hier? Weil auch solche typischen Anfängerfehler zu meiner Fotografenkarriere gehören. Bilder dieser Kategorie hab ich jede Menge auf meiner Festplatte. Aber aus jedem dieser Fotos habe ich etwas gelernt.

Update: Die “Was würde ich heute anders machen?”-Absätze hab ich nach Anregung von Marcel in den Kommentaren eingefügt. Frei nach dem Motto: Nicht nur meckern, sondern auch sagen, wie es besser geht.