Archiv für Mai 2010

Gesichter der Großstadt (1)

Mittwoch, 26. Mai 2010

Vor zwei Wochen hat Paleica eine Serie gestartet: “Sinfonie der Großstadt – Szenen eines Alltags”. Bislang ist es zwar (leider) bei einem Post zum Auftakt geblieben, aber den Titel fand ich sehr inspirierend. Weniger den Teil mit dem “Alltag”, mehr den Teil mit der Großstadt. Deshalb leihe ich mir mal ein wenig Kreativität und starte eine eigene Serie.

Erst das Foto, dann ein paar Worte dazu:

glueck

Ich wohne in Hamburg. Eine tolle Stadt mit wunderschönen Ecken, die man gerne fotografiert. Bilder von Rathaus und Alster, Speicherstadt und Elbe findet man auch auf meinem Blog – und Unmengen von vielen anderen Bildern von schönen Ecken der Hansestadt auf meiner Festplatte. Aber Hamburg kann auch anders sein: dreckig, laut und hässlich, so wie jede Großstadt eben ihre dreckige, laute und hässliche Seite hat. Das macht die Stadt zumindest in meinen Augen nicht weniger schön, im Gegenteil. Diese Seite von Städten ist irgendwie wie eine Frau am frühen Morgen: Wenn der Wecker klingelt gewinnt kaum eine einen Modelvertrag, aber man erkennt die Schönheit, die später aus dem Bad kommt, auch direkt nach dem Aufstehen – und weiß es vielleicht mehr zu schätzen. Diese Seite, das Schmuddelige abseits der Postkartenmotive, macht für mich den Reiz von Städten aus.

Das Foto ist unter der Kennedybrücke über die Alster entstanden, rechts liegt die Binnen-, links die Außenalster, nicht ganz so weit links knapp außerhalb des Bildausschnitts Zelte und Schlafsäcke. Das “Glück”-Graffiti sieht man schon seit mindestens vier Jahren da (auf dem Foto der Kennedybrücke bei Wikipedia vom Januar 2006 ist es schon zu sehen).

Rund um die Alster

Samstag, 22. Mai 2010

Wie neulich schon geschrieben war ich endlich mal wieder auf Fototour, an einem schönen Frühlingssonntag einmal ein bisschen um die Alster. Das Ergebnis des ganzen ist mir für eine eigene Galerie ehrlich gesagt nicht gut genug (obwohl ich selbst überrascht war, wie gut ich trotz langer Pause mit meiner Kamera zurecht gekommen bin), aber vorenthalten will ich die Bilder trotzdem niemandem:

AlsteruferGenau: Das oben ist das Bild, das ich neulich schon gepostet habe, diesmal allerdings ein wenig nachbearbeitet.

Alsterufer2Gleiches Motiv, leicht geänderter Standort.

TunnelDer Fußgängertunnel unter Kennedy- und Lombardsbrücke. Ein wenig verwackelt, aber einen zweiten Versuch hatte ich leider nicht (wegen plötzlich in Massen auftretender Fußgänger).

Außenalster1Außenalster2Segler auf der Außenalster. Viel mehr, als auf den beiden Bildern zu sehen sind, in der Panorama-Ansicht verlor es (zumindest aus meiner Sicht) allerdings die Wirkung.

TreppenDie Treppen vom Alsterufer hoch zur Kennedybrücke. Wenn ich’s schon noch nicht wieder ins Treppenviertel geschafft hab, knips ich halt einfach so Treppen. So wie diese hier:

Treppen2Diese Treppen führen hoch zur Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle. Das ist, für die, die sie nicht kennen, dieser Klotz:

KunsthalleDas waren tatsächlich nicht alle Bilder, die an dem Tag entstanden sind. Ein paar allerdings heb’ ich mir noch für andere Gelegenheiten auf.Allerdings wollte ich, bevor ich die nächste Tour unternehme, erstmal die Bilder hier bloggen – more to come soon.

Ende

Sonntag, 16. Mai 2010

Wer bei dieser Überschrift jetzt denkt, das Ende dieses Blogs sei gekommen, den muss ich enttäuschen oder kann ihn beruhigen (je nach Sichtweise). Nein, ich verkünde vielmehr – imaginär begleitet von Fanfaren, Chören und donnerndem Applaus – das Ende meiner fotografischen Pause.

Als Formel ausgedrückt:

grandioses Frühlingswetter + (-1 x entzündete Achillessehne) + freier Sonntag – innerer Schweinehund = das erste Foto seit fast zwei Monaten

Alsterufer im Mai

Zugegeben: nicht gerade das beste oder spektakulärste Foto, dass ich je geschossen habe. Dafür ist es tatsächlich das erste Bild, dass ich seit dem 22. März (bei meinem London-Trip) gemacht habe. Und um es noch ein bisschen auf die Spitze zu treiben ist es das erste meiner Fotos seit dem 4. März, das auf deutschem Boden entstanden ist – wäre die Blogvorstellung bei Marcel nicht gewesen, müsste ich sogar bis in den Januar zurück gehen (sämtliche im Februar geposteten Bilder kamen aus dem Archiv).

Ganz ehrlich: Ich hätte gedacht, dass ich mich nach einer so langen Pause erstmal wieder mit meiner Kamera anfreunden muss. Erst recht, wenn ich den vorherigen Absatz nochmal lese. Stattdessen ging mir das Knipsen relativ leicht von der Hand. Ok, das Licht war sehr gut, aber dafür hab ich das Bild oben im manuellen Modus aufgenommen. Wie auch immer: Bei meinem kleinen Spaziergang um die Alster sind noch mehr Fotos entstanden, und die gibt’s natürlich möglichst bald hier zu sehen.

Recht am eigenen Ton?

Sonntag, 16. Mai 2010

Wer zur Miete wohnt wir das kennen: Man hört immer mehr von seinen Nachbarn als man will. Ich höre Duschen, Waschmaschinen, Partys, Musik, manchmal auch murmelnde Stimmen, die wie die Hälfte von Telefongesprächen klingen, wobei ich allerdings nicht sicher bin in welcher Sprache sie geführt werden. Und ich höre einen meiner Nachbarn häufig singen. Er singt oft, leidenschaftlich und laut – ich würde ja auch gern “gut” dazuschreiben, aber das wäre gelogen.

Da es neulich bei Paleica eine Diskussion zum Thema “Recht am eigenen Bild” gab und der Gesangstil schließlich so schräg ist, dass er tatsächlich “unbeschreiblich” ist – das muss man einfach selbst gehört haben: Wie sieht es mit dem Recht am eigenen Ton aus?  Verstoße ich damit gegen das allgemeine Persönlichkeitsrecht oder gar gegen die europäische Menschenrechtskonvention? Und habe ich überhaupt Lust, mit einem Aufnahmegerät so lange in meinem Schlafzimmer zu hocken (da hör ich ihn am besten), bis der Nachbar wieder singt? Zumindest die letzte Frage kann ich problemlos beantworten…