Archiv für Dezember 2009
Mein Bild bei der Bahn
Samstag, 5. Dezember 2009Interessant, wo die eigenen Fotos manchmal so landen: Vor einigen Jahren hatte ich – im Auftrag des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages – ein Schmuckfoto vom Schloss Ahrensburg geschossen. Der Schlossstiftung gefiel das Bild so gut, dass sie mich fragte, ob sie das Foto für einen Schlossführer verwenden dürften. Damit hatte ich kein Problem, ich empfand es als Bestätigung und erklärte mein Einverständnis (natürlich unter der Voraussetzung, dass mein Name als Fotograf erwähnt wird).
Heute hab ich (mal wieder) nach meinem Namen gegoogelt. Und auf Seite 4 taucht zu meiner großen Überraschung dieser Treffer auf: Deutschebahn.ch: Schloss Ahrensburg Der Deutschen Bahn habe ich meines Wissens keine Veröffentlichungsrechte eingeräumt. Schätze, die Schlossstiftung wird es einfach weitergegeben haben. Schade, dass oft so unbedarft mit Urheberrechten umgegangen wird.
Was ich viel enttäuschender finde: Auf der Bahn-Homepage wurde das Bild total schrecklich beschnitten. Beim Original schweben dunkle Wolken über dem Schloss (weggeschnitten), die Spiegelung im Wassergraben ist klasse (zum größten Teil weggeschnitten), das ganze Bild wir eingerahmt von Laub und Ästen (fast alles weggeschnitten). Ich werd’ mal mein Archiv durchsuchen und sehen, ob ich das Original noch finde. Und mal sehen, ob ich in Sachen Bahn noch was unternehme…
Weihnachtsmarkt am Abend (2)
Freitag, 4. Dezember 2009Wie versprochen hier also die noch fehlenden Bilder meiner Fototour mit Stativ (die Bildbearbeitung hat gar nicht so viel Zeit in Anspruch genommen wie ich dachte):
…und ausgerechnet das erste Foto brauchte etwas mehr Beachtung. Ich musste doch einiges an perspektivischer Verzerrung ausgleichen, Baum und Laternenmast sehen immer noch nicht so gerade aus, wie sie in Wirklichkeit da stehen. Im Großen und Ganzen würde ich sagen: Das schwächste Bild meiner Tour.
Konzentration aufs Detail: Statt die Totale mit Baum und viel schwarzem Hintergrund ein bisschen nach unten geschwenkt, rangezoomt und exemplarisch einige Buden fotografiert – find ich gleich viel schöner. Wie man an der Reflexion der Lichter auf dem Boden sehen kann hatte es den halben Tag geregnet. Gut fürs Foto, und mindestens ebenso gut dass ich eine Regenpause erwischt hatte.
Der Eingang zum Weihnachtsmarkt auf dem Jungfernstieg. Das ist eher die Schicki-Micki-Variante: keine Holzbuden, sondern weiße Pavillons mit rotem Teppich ausgelegt; hier gibts weniger Würstchenbuden, dafür bekommt man Kunsthandwerk, alles, was man aus Naturmaterialien so herstellen kann, und Reibekuchen mit Lachs. Wer genau hinschaut sieht, dass die Lämpchen beim “r” vom “Winterzauber” kaputt sind, was irgendwie gar nicht zum edlen Anspruch passen will. Was mir selbst am Bild gefällt: Die Bewegungsunschärfe und die “Schattenspiele” im Pavillon rechts. Was mir nicht gefällt: Die Mülleimer an beiden Seiten des Eingangs.
Eines hab ich noch: Die weihnachtlich geschmückte Europapassage. Und ich gebe zu: In erster Linie bin ich nicht rein, um die Deko zu fotografieren, sondern um mich ein paar Minuten aufzuwärmen…
Weihnachtsmarkt am Abend
Donnerstag, 3. Dezember 2009Ich hatte es ja angekündigt: Heute hab ich mit mein Stativ geschnappt, die Kamera geschultert und bin ab zum Rathausmarkt, um da den Weihnachtsmarkt zu fotografieren. Drei Motive hatte ich mir ausgeguckt, drei andere hab ich spontan abgelichtet – nach dem Motto “wenn mein Stativ und ich schonmal hier sind”.
Die Fotos sind schön geworden find’ ich. Müssen allerdings noch kräftig bearbeitet werden (was ich eigentlich gar nicht gerne mache). Die ersten paar sind schon fertig, und die will ich niemandem vorenthalten:
Der Blick von den Alsterarkaden in Richtung Rathaus Hamburg mit dem auf dem Rathausplatz stattfindenden Weihnachtsmarkt. Ich hoffe, die Lichtstimmung kommt ein bisschen rüber.
Hinter dem Rathaus liegt die Handelskammer, und dazwischen ist ein kleiner Platz mit einem recht pompösen Brunnen. Was ich gestern schon so faszinierend fand: Es ist dort vollkommen ruhig und (zumindest zu dieser Zeit) so gut wie menschenleer, keine 50 Meter entfernt vom Trubel des Weihnachtsmarktes.
Und als ich schon wieder einpacken wollte, hab ich nach oben geschaut und einen dramatischen Himmel über dem Rathaus von seiner Rückseite entdeckt. Also schnell wieder ausgepackt und dieses Foto geschossen:
Hat was sehr Herrschaftliches find ich. Ein paar Bilder hab ich noch, aber wie geschrieben muss ich die noch bearbeiten. Und da ich in dieser Bearbeitung sehr wenig Übung habe, wird das bestimmt länger dauern – ich peile mal unverbindlich das Wochenende an.
Motivcheck
Mittwoch, 2. Dezember 2009Schon seltsam: Es ist noch gar nicht so lange her dass ich hier gejammert habe, ich hätte keine Zeit zum Fotografieren und wäre “auf Entzug”. Jetzt hab ich jede Menge Zeit, das Wetter ist großartig – und trotzdem hab ich noch keine Fototour unternommen. Irgendwie konnte ich mich noch nicht dazu aufraffen, mir die Kamera zu schnappen und auf die Pirsch zu gehen. Stattdessen sitz ich hier, höre die neue Chuck Ragan-Platte und schreibe in mein Fotoblog, dass ich keine Lust zum Fotografieren hab. Vielleicht braucht es ein paar Tage, bis ich in den Urlaubs-Modus umschalte – noch ist’s ja eher wie “langes Wochenende”.
Heute bin ich erstmal in die Stadt, prompt in einer Studenten-Demo am Jungfernstieg gelandet (meine erste seit zwölf Jahren – damals hab ich noch selber demonstiert), über die Hamburger Weihnachtsmärkte gebummelt (sehr schön), hab mich bei der Wahl zwischen neuem Konsolen-Spiel und neuem Buch für letzteres entschieden (die ersten Seiten lesen sich sehr gut) und mir schließlich noch ‘nen Cappuccino und ein Stück Karotten-Kuchen gegönnt (sehr lecker).
Richtig klasse war dann allerdings der Weg zurück zur U-Bahn: Dreimal bin ich stehen geblieben, hab mir Motive ausgeguckt und die richtige Position und Perspektive getestet (was sicherlich seltsam aussieht, wenn man keine Kamera dabei hat). Mein Stativ steht schon bereit, der Wecker ist gestellt – morgen Nachmittag steht eine Fototour. Sobald es dunkel ist geht’s los.
Vielleicht lag’s ja am Kuchen.
Neue Galerien: Paare und Kontraste
Dienstag, 1. Dezember 2009Ich war fleißig: Nachdem sich seit einigen Tagen viele meiner alten Fotos wieder auf meiner Festplatte befinden, habe ich einige Stunden damit zugebracht, das Archivmaterial zu sichten. Daraus sind prompt zwei neue Galerien entstanden.
Zum einen ist mir dabei aufgefallen (oder besser: wieder eingefallen), dass ich gerade zu Beginn meiner Fotografenkarriere immer gerne “Begegnungen” fotografiert habe: zwei, die sich treffen und die durch das Foto als zwei Bildelemente in eine Beziehung zueinander gebracht werden, auch wenn diese Beziehung außerhalb des Fotos vielleicht gar nicht existiert. Zugegeben: gerade zu Beginn meiner Fotografenkarriere hätte ich es wohl nicht so abstrakt ausgedrückt. Von solchen Fotos hab ich ne ganze Menge, die ersten davon hab ich in der Galerie “Zwei” online gestellt (weitere werden garantiert folgen).
Zum zweiten hab ich mich beim Bewerten meiner Bilder gefragt: wann ist ein Foto eigentlich ein gutes Foto für mich? auf diese Frage gibt es wahrscheinlich so viele Antworten wie Fotografen und Betrachter, und auch ich gebe wahrscheinlich je nach Tagesform und Laune unterschiedliche Antworten. Eine lautet jedoch definitiv: Ich mag Kontraste im Bild. Die können mal gestalterisch sein (z.B. scharf/unscharf, hell/dunkel oder Farbkontraste) oder inhaltlich (groß/klein, nah/fern, viel/wenig), tatsächlich sichtbar oder nur gedacht. Unter diesem Aspekt hab ich mir meine Fotosammlung noch einmal angeschaut und in der Galerie “Kontraste” die Bilder online gestellt, die zumindest aus meiner Sicht von solchen Kontrasten leben – auch wenn vielleicht die Wahrnehmung einiger Kontraste ziemlich exklusiv bei mir liegt. Aber egal: ist ja schließlich mein Blog hier.




