Verpasste Chance
Nachdem ich nach Hamburg gezogen war, führte mich mein Weg zur Arbeit über einen kleinen Parkplatz. Am Rande dieses Parkplatzes war ein Lagerhaus mit einer Tür, doppelflügelig, weiß, über und über mit Graffiti besprüht. Nichts buntes, sondern nur viele, schwarze Tags. Jeden Morgen ging ich an dieser Tür vorbei, war fasziniert von diesem Anblick und dachte mir: “Wow, Daniel, das musst Du fotografieren.” Meine Kamera (zumindest die kleine) hatte ich jeden Tag dabei, und jeden Tag dachte ich mir: “Morgen geh ich fünf Minuten früher los und mach ein Bild.”
Bis Ende September. Da wurde der Parkplatz abgesperrt, und mein Weg führte mich zwangsläufig um den Platz herum. Ende Oktober schließlich ist das Haus abgerissen worden. Die Tür fotografiere ich wohl nicht mehr.
Schlagworte: Aus dem Alltag, Hamburg, ohne Bild

9. November 2009 um 15:22 Uhr
Tja ja, so kann es passieren. Da gibt es einen guten Satz, den eine Kollegin bei sich am Platz hängen hatte:
Tue es sofort – Tue es nie!
Denn wenn du es aufschiebst, tust du es sowieso nicht, oder bekommst keine Möglichkeit mehr, wie in deinem Fall
9. November 2009 um 19:43 Uhr
Das klassische “Was Du heute kannst besorgen…” also… Das Frustrierende ist ja: Das stimmt, und das weiß ich sogar – trotzdem bin ich ein ganz Großer in der Kategorie “Auf die lange Bank schieben”.
Andererseits: In Spanien geht das als Lebensphilosophie durch…