Archiv für November 2009

Verpasste Chance

Montag, 9. November 2009

Nachdem ich nach Hamburg gezogen war, führte mich mein Weg zur Arbeit über einen kleinen Parkplatz. Am Rande dieses Parkplatzes war ein Lagerhaus mit einer Tür, doppelflügelig, weiß, über und über mit Graffiti besprüht. Nichts buntes, sondern nur viele, schwarze Tags. Jeden Morgen ging ich an dieser Tür vorbei, war fasziniert von diesem Anblick und dachte mir: “Wow, Daniel, das musst Du fotografieren.” Meine Kamera (zumindest die kleine) hatte ich jeden Tag dabei, und jeden Tag dachte ich mir: “Morgen geh ich fünf Minuten früher los und mach ein Bild.”

Bis Ende September. Da wurde der Parkplatz abgesperrt, und mein Weg führte mich zwangsläufig um den Platz herum. Ende Oktober schließlich ist das Haus abgerissen worden. Die Tür fotografiere ich wohl nicht mehr.

Endlich einmal Zeit

Sonntag, 8. November 2009

Ist das schön mal ein Wochenende Zeit zu haben: Ausschlafen, ein bisschen um den in den letzten Wochen vernachlässigten Haushalt kümmern, ausgiebig Musik hören (über die traurige Nachricht, dass die neue John Mayer-Platte erst 2010 erscheint, mussten mir dessen drei bisherige Alben hinweg helfen), kochen und shoppen gehen (verkaufsoffene Sonntage sind toll). Eine Fototour stand ausdrücklich nicht auf meinem Programm.

Statt dessen hab ich mich auch um dieses Blog gekümmert. Zum einen war ich fleißig, was das Schreiben von Artikeln angeht. Auch die Galerie-Lösung habe ich (wie in einem anderen Post schon beschrieben) auf NextGen Gallery umgestellt. Die bisherigen Galerien habe ich umgestellt, und dank der Album-Funktion sieht auch die Hauptseite der Galerien jetzt schön ansprechend aus.

Ganz vom Knipsen konnte ich heute dann aber doch nicht lassen. Ich habe versucht, mein ehemaliges Hobby in Szene zu setzen:

Bass1

Bass1

Ich hoffe, man sieht dem “Baby” weder sein Alter an – mittlerweile 15 Jahre – noch die Tatsache, dass ich ihn in den letzten Jahren sehr wenig gespielt habe.

Bass2

Bass2

Irgendwie bin ich mit den Bildern nicht ganz so zufrieden… das Ergebnis hatte ich mir anders vorgestellt.

Bass3

Bass3

Nach diesem Foto allerdings wurde mein Shooting durch einen Telefonanruf unterbrochen. Bei nächster Gelegenheit werd ich einen weiteren Versuch unternehmen, meinen Bass ins rechte Licht zu rücken. Und sollte jemand Tipps haben, wie die Ergebnisse besser werden: Die Kommentare sind offen. :-)

Galerien: The next generation – Wildlife

Samstag, 7. November 2009

Nach einigen Wochen Untätigkeit (zumindest in dieser Hinsicht) habe ich mal wieder mein Fotoarchiv durchforstet und eine neue Galerie online gestellt: Tierbilder.

pinguine

In einem Aufwasch habe ich auch gleich noch ein neues Plugin installiert und getestet: NextGEN Gallery. Ganz am Anfang, als ich mein Fotoblog aufgesetzt habe, hatte ich schon davon gelesen, war mir aber zunächst nicht sicher, ob das Plugin auch einfach genug zu benutzen ist. Also: ausprobiert, und es ist einfach. Ich muss die Bilder nicht mehr einzeln in die Mediathek hochladen, sondern kann das in einem Schwung erledigen, und muss noch nicht einmal eine neue Seite für die Galerie anlegen – auch das macht das Plugin auf Wunsch ganz allein.

Meine alten Galerien werde ich in den kommenden Tagen auf die neue Lösung umstellen, an den Inhalten wird sich allerdings nichts ändern – es kommen höchstens noch welche hinzu.

zur Galerie: Wildlife

Warum fotografiere ich eigentlich?

Freitag, 6. November 2009

Über einen Post von Olli auf fotolism.us bin ich auf diesen Blog-Stammtisch bei Zoomyboy gestoßen. Eine regelrechte Gretchenfrage: Warum fotografiere ich eigentlich? An anderer Stelle in diesem Blog habe ich schon einmal dargelegt, wie ich zur Fotografie gelangt bin, aber aus gegebenem Anlass tue ich es noch einmal gerne.

Auf Fototour 2007

Auf Fototour 2007

Lange Zeit war Fotografie kein Thema für mich – sowohl eine anständige Kamera als auch die Filme waren einfach zu teuer. Ende der 90er – nach meinem Zivildienst – habe ich dann angefangen, für eine Zeitung zu arbeiten. Die Zeitung leistete sich eigene Fotografen, einige alteingesessene festangestellt, die meisten später freiberuflich. Ich habe diese Fotografen bei Terminen immer genau beobachtet und durfte einen von ihnen auch mal zwei Tage bei seinen Touren begleiten (bis zur Dunkelkammer – ja, es war noch das analoge Zeitalter). Und da ich viel redaktionell gearbeitet habe, musste ich die Bilder auch auswählen, weshalb ich mich viel stärker damit beschäftigen durfte.

Mit meinem Umzug nach Schleswig-Holstein schließlich hatte ich gar keine andere Wahl mehr, als selbst zu fotografieren: Die Zeitungen dort wollten alles aus einer Hand, Text und Foto von einem freien Mitarbeiter. Darüber, wie sinnvoll das aus Qualitätssicht ist, lässt sich sicher trefflich streiten. Für mich war es ein Glücksfall, sowohl finanziell als auch mit Blick auf mein heutiges Hobby: Ich musste mir eine Kamera zulegen, und da ich einen gewissen Anspruch an meine eigene Arbeit habe, habe ich mich  mit Dingen wie Technik und Bildaufbau beschäftigt. Die Erfahrungen, die ich zuvor nur durch Beobachtung sammeln konnte, haben mir dabei sehr weiter geholfen. Zunächst habe ich mir eine Kompaktkamera gekauft, mir schnell allerdings eine Spiegelreflex zugelegt. Ganz nebenbei hatte das den netten Nebeneffekt, dass ich bei Terminen als Journalist ganz anders wahrgenommen wurde – bei Presseterminen gucken alle scheinbar lieber in große Objektive. Private Fototouren habe ich anfangs gemacht, um den Umgang mit der Kamera zu trainieren.

Und jetzt? Mittlerweile arbeite ich wieder rein redaktionell (Mist, eigentlich wollte ich in diesem Blog über meinen Job gar nichts schreiben…) und nutze die Kamera nur noch privat. Aber ich fotografiere mit größerer Leidenschaft als zuvor. Und jetzt, endlich, nach 350 Wörtern, komme ich zum Punkt: Warum fotografiere ich?

Es ist selten das Ergebnis – meine Fotos schaue ich mir gerne an, aber nicht so häufig wie man vielleicht meinen könnte. Es ist vielmehr der Akt des Fotografierens selbst: Ich konzentriere mich auf das, was ich sehe, setze es in Gedanken in Szene, bevor ich die Kamera vors Auge hebe und mich darauf konzentriere, die Szenerie ordentlich zu belichten. Es gibt in dem Moment nur mich, das Motiv und meine Kamera als Werkzeug dazwischen. Da bleibt kein Raum für andere Gedanken – und dieses abschalten, den Kopf frei bekommen hat etwas befreiendes.

Das ist der Grund, warum ich fotografiere: Um für einen Augenblick aufzuhören zu denken.

Zentimeterentscheidung

Freitag, 6. November 2009
Fluchtweg

Fluchtweg

In welche Richtung hätte ich von meinem Standpunkt aus eigentlich fliehen müssen?

Tag-Spielereien

Dienstag, 3. November 2009

Ich kann’s ja nicht lassen: Ständig muss ich an meinem Blog herum fummeln. Meine neueste Spielerei: die zweidimensionale Tag-Wolke in der Sidebar ist jetzt eine Flash-animierte Tag-Kugel. Klasse. Könnte ich stundenlang mit rumspielen und die Kugel rotieren lassen.

Wer daran ebenso viel Spaß hat wie ich: Das Plugin für den Effekt heißt WP-Cumulus von Roy Tanck. Have fun!

Ein Fotograf braucht auch mal Glück

Montag, 2. November 2009

Ich war am Wochenende mal wieder in Berlin, diesmal nur für eine Nacht. Da es keine ausschließlich private Fahrt war, wollte ich ursprünglich gar keine Kamera mitnehmen (dass ich so einen Satz in einem Fotoblog poste, ist eigentlich eine Schande). Ich hab mich schließlich doch dazu durchgerungen, meine Kompakte einzupacken.

Nach einem leckeren Abendessen war ich mit meinem Kollegen am späten Abend auf dem Weg zurück zum Hotel, der uns am Reichstag vorbei führte. Wir gehen an den fast menschenleeren Treppen vorbei, plaudern ein wenig darüber, dass wir uns beide gerne einmal die Kuppel anschauen würden, aber keine Lust haben, in der langen Schlange zu stehen, als jemand vom Eingang ruft: “Die letzte Schleuse für heute – entweder jetzt oder nicht mehr!”

Das haben wir uns natürlich nicht zweimal sagen lassen – und sind ohne die sonst übliche Wartezeit von wahrscheinlich mehreren Stunden rein und direkt hoch zur Kuppel. Ein imposanter Anblick, gerade bei Nacht (und gerade für meinen Architektur-besessenen Kollegen). Und zum Glück hatte ich meine Kamera dabei:

Reichstagskuppel

Reichstagskuppel

Technisch gesehen ist das Bild garantiert nicht das beste, das ich je geschossen habe, genau genommen ist es ziemlich verrauscht (ja, es war sehr dunkel). Bei diesem Motiv wäre ein Weitwinkel sehr gut gewesen. Aber: Das hätte ich an meiner großen Kamera auch nicht gehabt – und hätte ich nicht den ganzen Tag meine Kompaktkamera durch die Gegend geschleppt, ohne auch nur ein Foto zu schießen, hätte ich die Kuppel gar nicht fotografieren können. Und ehrlich: Ich glaube nicht, dass ich diese Chance so schnell noch einmal bekomme…