Ein Fotograf braucht auch mal Glück
Montag, 2. November 2009Ich war am Wochenende mal wieder in Berlin, diesmal nur für eine Nacht. Da es keine ausschließlich private Fahrt war, wollte ich ursprünglich gar keine Kamera mitnehmen (dass ich so einen Satz in einem Fotoblog poste, ist eigentlich eine Schande). Ich hab mich schließlich doch dazu durchgerungen, meine Kompakte einzupacken.
Nach einem leckeren Abendessen war ich mit meinem Kollegen am späten Abend auf dem Weg zurück zum Hotel, der uns am Reichstag vorbei führte. Wir gehen an den fast menschenleeren Treppen vorbei, plaudern ein wenig darüber, dass wir uns beide gerne einmal die Kuppel anschauen würden, aber keine Lust haben, in der langen Schlange zu stehen, als jemand vom Eingang ruft: “Die letzte Schleuse für heute – entweder jetzt oder nicht mehr!”
Das haben wir uns natürlich nicht zweimal sagen lassen – und sind ohne die sonst übliche Wartezeit von wahrscheinlich mehreren Stunden rein und direkt hoch zur Kuppel. Ein imposanter Anblick, gerade bei Nacht (und gerade für meinen Architektur-besessenen Kollegen). Und zum Glück hatte ich meine Kamera dabei:
Technisch gesehen ist das Bild garantiert nicht das beste, das ich je geschossen habe, genau genommen ist es ziemlich verrauscht (ja, es war sehr dunkel). Bei diesem Motiv wäre ein Weitwinkel sehr gut gewesen. Aber: Das hätte ich an meiner großen Kamera auch nicht gehabt – und hätte ich nicht den ganzen Tag meine Kompaktkamera durch die Gegend geschleppt, ohne auch nur ein Foto zu schießen, hätte ich die Kuppel gar nicht fotografieren können. Und ehrlich: Ich glaube nicht, dass ich diese Chance so schnell noch einmal bekomme…

